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Tschicholds Hauptregeln der Typografie

Obwohl es in der Typografie selten nur eine gute Lösung für ein Problem gibt und die Güte einer Lösung von vielen Begleitumständen abhängt, gibt es in der Typografie auch einige allgemein gültige Regeln. Der berühmte Typograph und Mitbegründer der modernen Typografie, Jan Tschichold, hat in seinem Werk »Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie« 14 Hauptregeln aufgestellt und ausführlich begründet.

[bearbeiten] 14 Hauptregeln der Typografie

Nachfolgend Jan Tschicholds 14 Hauptregeln ohne deren ausführliche Begründung.

  1. Gemeine dürfen niemals gesperrt werden, auch nicht in »Ausnahmefällen«.
  2. Großbuchstaben müssen immer leicht gesperrt und ihre Buchstabenzwischenräume ausgeglichen werden. Weites Sperren soll man vermeiden; das geringste Durchschnittsspatium ist anderthalb Punkt.
  3. Versalien sollten nur selten angewandt werden.
  4. Tadelloser Ausschluß (sogenannter Drittelsatz) ist ein Prüfstein der Qualität einer Satzarbeit.
  5. Die Anzahl der verwendeten Schriften in einer Arbeit, einem Inserat, einem kleinen Prospekt, soll möglichst klein sein. 3 (selbst 2) bis höchstens 4 Schriftgrade müssen genügen.
  6. Gleichartige Wörter dürfen nicht teils gesperrt werden, teils ungesperrt bleiben, sondern müssen das genau gleiche Bild zeigen.
  7. Symmetrischer Satz darf nicht mit unsymmetrischem vermischt werden.
  8. Unsymmetrischer Satz ist nicht besser als symmetrischer; er ist nur anders.
  9. Der Satz muss gegliedert sein. Drei Gruppen sind als die beste Anzahl anzusehen.
  10. Die räumliche Stellung aller Teile, zumal der Hauptzeilen, muss wohlüberlegt sein.
  11. Die Proportionen der verwendeten Schriftgrade müssen schön und deutlich sein.
  12. An der Grundschrift muß man festhalten; man darf nicht alle möglichen Schriftarten in der gleichen Arbeit verwenden.
  13. Bei Schriftmischungen muß man auf einen wirksamen, doch passenden Kontrast bedacht sein und die fremde Schrift so selten wie möglich, in kleineren Arbeiten möglichst nur in einer Zeile, anbringen.
  14. Die zweite Farbe soll nur sparsam gebraucht werden.

[bearbeiten] Quellen

Jan Tschichold: »Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie», »Eine Fibel für jedermann«; Originalausgabe 1960 im Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH; Lizenzausgabe 2001 im MaroVerlag, Augsburg, ISBN 3-87512-413-8




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